Header_Seychellen_1 Header_Seychellen_2 Header_Seychellen_3
Sie befinden sich hier: Startseite > Walhaie
Deutsch

Schnorcheln mit Walhaien auf den Seychellen:

Schwimmen im Walhaigetümmel:

Bei einer unserer Seychellenreisen konnten wir (der Webmaster und Lebensgefährtin) einen unserer Träume wahrmachen: das wunderbare Erlebnis einer Begegnung mit Walhaien!

Das Meer ist groß und geheimnisvoll und eine Garantie für eine Sichtung kann niemand geben. Wir hatten jedoch Glück und die Walhai-Begegnung funktionierte wie auf Bestellung. Ein Jungtier mit etwa 5-6 m Länge schwamm im Kanal zwischen Conception und Mahé (Westküste Mahés) direkt an unserem Tauchboot vorbei und wollte uns in den kommenden 45 Minuten scheinbar gar nicht mehr verlassen. Obwohl gegen Ende ein zweites Boot voller Taucher zu uns stieß und letztlich mehr als 30 walhaigierige Schnorchler das Tier bedrängten, ließ sich das Tier kaum irritieren. Im Gegenteil, es drehte sogar immer um, als es sich im relativ klaren Wasser "zu allein" fühlte und schwamm direkt in den menschlichen "Schwarm" hinein. Immer wieder mussten die begeisterten Schwimmer ausweichen, um nicht mit dem Hai zu kollidieren. Nachdem sich alle satt gesehen haben, verließen die zwei Tauchboote das Tier, das unserem (freilich allzu menschlichen) Empfinden nach noch gern mit uns herumgeschwommen wäre...

Zwei Wochen später verschlechterte sich die Sicht unter Wasser. Für Planktonforscher bot das Meer ideale Bedingungen. Wir aber träumten eher von guter Sicht und weniger Nesseltierchen im Wasser. Man muß aber kein Meeresbiologe sein um zu wissen: Das sind ideale Bedingungen für die großen Planktonfresser der Meere - Walhai und Manta.
Und dann war es soweit: Kaum hatte einer der Teilnehmer im Boot eine zynische Bemerkung über die hohe Unwahrscheinlichkeit einer Sichtung von sich gegeben, tauchte direkt neben dem Boot ein etwa 5 m langer Walhai auf. Nachdem einige Schnorchler schnell ins Wasser gesprungen waren, verschwand das Tier aber rasch in den trüben Tiefen. An diesem Tag waren die Bedingungen bei der Südspitze von Conception nicht ideal: sehr trübes Wasser sowie beträchtliche Dünung und Wellen. Bei Lighthouse sprangen wir später noch kurz ins Wasser und beobachteten zwei Mantas, die sich intensiv mit Fressen beschäftigten, aber die Sonne stand schon für eine erfolgreiche Walhaisuche zu tief. Wir nahmen uns daher vor am nächsten Tag eine zusätzliche Schnorchelausfahrt zu den Walhaien zu machen.

Nachdem wir ca. um 16 Uhr den ersten Walhai - wiederum direkt neben dem Boot - gesichtet haben, brach bald eine wahre Walhai-Invasion aus: In den kommenden zwei Stunden wurden so viele Rücken- und Schwanzflossen sowie breite, aus dem Wasser ragende Walhaimäuler gesichtet, dass gar nicht mehr mitgezählt wurde. Es war unmöglich zu sagen, um wie viele Tiere es sich handelte. Wir schätzen, dass in unmittelbaren Nähe insgesamt vielleicht 10 bis 15 Tiere (!) dem Nahrungserwerb nachgingen. Nachdem auch noch einige Große Tümmler am Boot vorbeigezogen waren und fressende Mantas bei Loopings ihre weißen Bauchseiten zeigten, gab es für die Begeisterung keine Grenzen mehr - nicht zuletzt bei den vier italienischen Mitfahrenden, deren lautes und freudiges Que bello! und bellissimo! weit zu hören war.

Leider betrug diesmal die Sicht maximal etwa 4-5 Meter und man verlor die meisten Tiere schon nach einigen Metern aus dem Blickfeld. So hieß die Übung dann wiederholt: Schnell ins Boot klettern, Ausschau nach Schatten und Flossen halten und anschließend wieder ins Wasser springen... Einem Tier sind manche allzu begeisterte Schnorchler leider direkt auf den Kopf gesprungen, aber es hat sich dadurch nicht besonders verwirren lassen und zog mit halboffenem Maul weiter seine Kreise durch die dicke Planktonsuppe.

Lighthouse im Westen Mahés sowie der Kanal zur benachbarten Insel Conception wird uns als idealer Walhaispot in Erinnerung bleiben. Und es ist selbstverständlich, dass uns beim nächsten Besuch der Seychellen unser erster Weg wieder dorthin führen wird. Sichtungen sind ganzjährig möglich, besonders häufig sollen sie zwischen August und Oktober sein. Unsere Tauchschule und Fischer berichteten jedoch auch zu anderen Jahreszeiten von vielen Sichtungen. Ein Zusammenspiel von Wind, Gezeiten, Strömungen und dem durch diese Faktoren bedingten günstigen Nahrungsangebot ist wohl für ein stärkeres Aufkommen der Walhaien verantwortlich. Da hauptsächlich kleinere und mittlere Männchen gesichtet werden und wesentlich weniger Weibchen, nimmt man an, dass das häufige Auftreten von Walhaien bei den Seychellen eher mit dem günstigen Nahrungsangebot und weniger mit ihrem Reproduktionszyklus zusammenhängt.

Walhaiforschung auf den Seychellen: So groß der Fisch, so klein das Wissen über ihn

Walhaie sind trotz zunehmender Sichtungen durch unzählige Taucher und Schnorchler in verschiedenen Teilen der Welt nach wie vor ein faszinierendes Phänomen. Und daran wird sich wohl auch nichts ändern - der größte Fisch der Erde wird auch in der Zukunft die Menschen begeistern, vorausgesetzt den Artenschützern gelingt es, sinnvolle Schutzmaßnahmen durchzusetzen. Denn es ist kein Geheimnis, dass Walhaie wie auch viele andere große Haiarten durch skrupellose Ausbeutung der Meere stark vom Aussterben bedroht sind. Wie bei anderen bedrohten Arten auch, sind vor allem asiatische Fischer und Konsumenten für den Niedergang der Bestände verantwortlich - im Fall der Wahaie ein eher modernes Phänomen. In der Geschichte wurden Walhaie selten gezielt gejagt.
Damit sinnvolle Maßnahmen überhaupt umgesetzt werden können, muss zuerst mehr über Biologie und Verhalten der Art bekannt werden. Wenn man nichts über die Populationsgrößen weiß, ist auch ein Überwachen der Bestände unmöglich. Gesichertes Wissen über den Walhai war bisher Mangelware. Und auch die stark erhöhte Zahl der Sichtungen ist ein rezentes Phänomen: erst 1828 durch Andrew Smith als Rhincodon typus wissenschaftlich beschrieben, hat es bis 1986 nur 320 sichere und schriftlich überlieferte Sichtungen gegeben. Nur zum Vergleich, was gezielte Studien mit modernen Mitteln zu leisten vermögen: Im Rahmen des nachfolgend beschriebenen Projekts wurden zwischen Juli und September 2005 allein rund um die Granitinseln der Seychellen 349 Walhaie gesichtet!
Der breiteren Öffentlichkeit ist es nur wenig bekannt, dass die Seychellen nicht nur beträchtliche Walhaibestände aufzuweisen hatten (die Kreolen nennen den großen aber harmlosen Hai "Sagren"), sondern auch ein eigenes Whale Shark Monitoring Programm vorweisen können. Es steht unter der Leitung der Marine Conservation Society der Seychellen (PO Box 1299, Victoria, Mahé; www.mcss.sc, info@mcss.sc).

Mit einem Ultraleicht-Fluggerät ausgestattet, flog MCSS-Microlight-Pilot Johan Anderson bis 2015 unzählige Einsätze und suchte die großen Tiere von der Vogelperspektive aus. Per Funk leitete er die Information an seine Kollegen auf den Booten weiter, die daraufhin versuchten, möglichst viele Haie zu markieren. An einem besonders guten Tag hatte Pilot Anderson während eines einzigen Fluges bis zu 49 Sichtungen! Auch von Booten aus und nicht zuletzt durch Taucher und Naturfreunde wird intensiv Monitoring betrieben. Bei 61 Tieren wurde das Geschlecht bestimmt (57 Männchen, nur 4 Weibchen!!! - die Ansammlung der Walhaie vor den Seychellen geht folglich wohl mehr auf ein günstiges Nahrungsangebot zurück und weniger auf Reproduktionsverhalten.

Die obigen Informationen stammen aus einer Broschüre des Whale Shark Monitoring Programms und basieren auf Informationen von Jeremy Colman (CALM). Mehr Infos unter www.mcss.sc

Update 2016: Leider musste das Ultralight-Programm beendet werden, da immer weniger Walhaie gesichtet wurden (2014: 24 Exemplare, 2015: nur minimal) und die Kosten des Programmes den Nutzen nicht rechtfertigen liessen. Seither wird nur mehr mit unbemannten Drohnen geflogen.




















Übrigens: auch einen etwa 80 cm langen "richtigen" Hai, nämlich einen Zitronenhai konnten wir auf Praslin / Anse Lazio immer wieder beobachten. Er hielt sich immer über Sandgrund auf, wo es ziemlich trüb war. Vor allem nach jeder größeren Welle reduzierte sich die Sicht gegen Null.

Da Zitronenhaie ziemlich groß werden, sich oft in flachen Gewässern aufhalten und leicht provozierbar sind, können sie auch für Menschen gefährlich werden. Es wird vielfach berichtet, dass Zitronenhaie ohne sichtbare Ursache Menschen angegriffen haben. Auch im offenen Meer werden immer wieder Angriffe auf Menschen beobachtet, allerdings ist nicht auszuschließen, dass diese provoziert wurden.
Unser noch kleines Exemplar war friedlich und schwamm unermüdlich im Flachwasser herum.

Weitere Haiarten, die in den Gewässern um die Seychellen vorkommen, sind Weisspitzen-Riffhaie und Grauhaie.

Veröffentlicht in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Dr. Robert Hofrichter


Preise vorbehaltlich Irrtum und Preisänderung.
Stornogebühren sind je Haus unterschiedlich. Details dazu erhalten Sie gerne auf Anfrage.

© SunMediaSitours GmbH.


top of page